26.04.2026 Gedenktag Tschernobyl

Ende April 1986 ereignete sich im Atomkraftwerk Tschernobyl die größte industrielle Katastrophe der Geschichte.  Die Bürgerinitiative Umweltschutz lädt ein zur Gedenkveranstaltung des elsassischen Vereins „Stop Transports, Halte au Nucléaire“ am 40. Jahrestag, Sonntag,  26. April  2026 um 14 Uhr auf der „Passerelle der zwei Ufer“ zwischen Kehl und Strasbourg, über der Mitte des Rheins. Dort war die radioaktive Wolke scheinbar nicht weiter nach Westen vorgedrungen – dies legte die völlig unterschiedliche Berichterstattung über die Folgen des Atomunfalls in Deutschland und in Frankreich nahe. Der Rhein ist bis heute eine Grenzlinie für die unterschidliche Beurteilung der Risiken aus der Atomkraft. 


Was war geschehen? 

Am 26. April 1986 explodierte Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine. In der gesamten Region wurden Ortschaften evakuiert, Menschen dauerhaft umgesiedelt. Nach Schätzungen starben weltweit 4000 Menschen an den Folgen dieses Reaktorunfalls. Viele Betroffene tragen lebenslang gesundheitliche Folgen. Die durch die Explosion freigesetzten Nuklide erreichten auch Deutschland. In Pilzen und Wildtieren werden seither  Cäsium-137-Werte nachgewiesen.Wie die Situation am größten europäische Atomkraftwerk Saporischschja zeigt, tickt durch den Krieg in der Ukraine erneut die Gefahr einer Atomkatastrophe.
25 Jahre später, im März 2011, ereignete sich die Atomkatastrophe von Fukushima. In drei Reaktoren kam es zu Kernschmelzen. Durch die Wasserstoffexplosionen wurden große Mengen an radioaktivem Material freigesetzt. In der Region sind Luft, Wasser und Boden noch immer hoch kontaminiert.Auch hier haben Menschen ihr Zuhause verloren, wurden verstrahlt oder sind an den Folgen der Katastrophe verstorben. 
Deutschland ist zwar aus der Atomkraft ausgestiegen, die Frage nach der Endlagerung des Atommmülls aber nicht geklärt. Dennoch wird die Forderung nach der „billigen Energie“ angesichts der aktuellen Energiekrise immer lauter. Wie andere Umweltverbände lehnt auch die BI Umweltschutz Kehl eine Rückkehr zur Atomkraft ab. Sie löst aus ihrer Sicht die Probleme nicht, sondern sie macht abhängig von Uranlieferungen, hinterlässt den Nachkommen eine „strahlende Zukunft“  und ist sehr teuer, sobald man die Entsorgung und die Risiken im Schadensfall seriös in den Gesamtpreis einrechnet. Sowohl hinsichtlich der Rohstoffabhängigkeit und der damit verbundenen Kostenentwicklung als auch im Blick auf die CO2 Minderung sieht die Umweltorganisation die nachhaltige Lösung in einem konsequenten weiteren Ausbau der erneuerbare Energien.