BI Umweltschutz Kehl Anti-Atomstrom

Anti-Atomstrom

Regelmäßig organisieren wir bzw. beteiligen wir uns an Demos, Mahnwachen, Ausstellungen oder Debatte zu den Gefahren von Atomstrom.

Die ab 26. April 1986 verbreitete Radioaktivität war 200 Mal so hoch, wie die der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki. Um die Folgen zu reduzieren, beteiligen sich die europäischen Staaten am Bau einer neuen Schutzhülle. Die 15.000 damaligen Liquidatoren erkrankten an Krebs oder 15 Jahre früher als die Bevölkerung an Alterskrankheiten. In der Bevölkerung Weißrusslands, Russlands, der Ukraine und Europas sind 10.000 schwerwiegende Fehlbildungen, 240.000 Krebsfälle und Erbgutschäden auf den Atomunfall zurückzuführen. Besonders Kinder in betroffenen Regionen sind überdurchschnittlich von Krankheiten betroffen. Seit 1986 ist auch in Baden-Württemberg Radioaktivität aus Tschernobyl bei Wildschweinen, Pilzen und Beeren messbar.

In der BRD und in der DDR führte die Atomkatastrophe von Tschernobyl zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen. So waren die Gründung des „Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit“ am 6. Juni 1986 sowie die breite, langjährige Anti-Atombewegung in Westdeutschland direkte Folgen der Reaktorkatastrophe.

Einen guten Einblick in die Situation 1986 und in die Folgen von Tschernobyl geben die Links des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). Inbesondere die Ressortforschungsberichte zum Strahlenschutz des BfS zeigen, wie das Thema in den Medien aufgenommen wurde und wie es im kollektiven Gedächtnis verankert ist.

In der DDR stärkte der Versuch der Staatsführung, die Katastrophe zu verschweigen, das Misstrauen in die Regierung und gab der Umwelt- und Friedensbewegung vor allem im Raum der Kirchen Auftrieb. Im Rückblick zeigt sich, dass Tschernobyl ein wesentlicher Baustein für die friedliche Revolution im Jahr 1989 war.

In Deutschland sind die letzten drei Atomkraftwerke (AKW) Mitte April 2023 vom Netz gegangen. Stilllegung, Rückbau und Umgang mit dem Atommüll kostet Milliarden und wird noch unzählige Generationen beschäftigen“ (BUND). Dauerhafte Lösungen für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle und aus dem Rückbau der Atomkraftwerke gibt es noch immer nicht. Auch bei unseren Nachbarn in der Schweiz und in Frankreich gibt es noch Atomkraftwerke.

26.04.2019 Mahnwache vor der Friedenskirche Kehl – Foto Helga Schmidt