Wir ziehen Bilanz (Hauptversammlung 2026)

Der Umgang mit Wasser, Boden, Luft und kennzeichnete auch in diesem Jahr die Themenschwerpunkte bei der Hauptversammlung der Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Kehl am 17. März 2026. Für ein arbeitsreiches Jahr entlasteten die Mitglieder Karola van Kampen, Clarisse Kauber, Klaus Freudenberger als Vorsitzende und bestätigten sie im Amt. Als Schriftführerin wurden auch Heike Fischer und für die soliden Finanzen die Kassiererin Sabine Klasen einstimmig entlastet und wiedergewählt.

Der Vorstand der Initiative berichtete über die Fortsetzung und Vertiefung der Zusammenarbeit mit französischen Partnern zur Reinhaltung von Gewässern. Bei einem Aktionstag sammelten rund 50 Erwachsene und Jugendliche gemeinsam Müll im französischen Teil des Gartens der zwei Ufer. Umweltpädagogische Angebote im Anschluss verdeutlichten spielerisch und mit dem Mikroskop die Belastung von Gewässern durch Mikroplastik. Im September wird die BI ein weiteres Angebot zu Gewässerreinhaltung und zur Sensibilisierung für das Thema Mikroplastik im Rhein machen. Bereits im Frühjahr hatte die Initiative, unterstützt von zahlreichen Ehrenamtlichen, bei einem Landschaftsputz achtlos weggeworfenen oder illegal entsorgten Müll gesammelt.

Besser, aber nicht dauerhaft gut, ist die Situation bei den Emissionen der Hausmüllverbrennungsanlage Straßburg in Nachbarschaft zu den Gemeinden im Kehler Süden. Mit der seit April 2025 automatisierten Eindüsung von Aktivkohle wird der Grenzwert für Dioxine im Regelbetrieb eingehalten. Auf den drei Verbrennungslinien kam es jedoch auch 2025 zu Überschreitungen des Grenzwerts. Seitens der Aufsichtsbehörde werden immer wieder Störfälle und Unregelmäßigkeiten im Betrieb der technisch veralteten Anlage dokumentiert.

Anfang des Jahres hatte der Toxikologe Lothar Aicher generell zur Wirkung der Ewigkeits-Chemikalien Dioxine und PFAS in einem Vortrag referiert. Durch ihre Langlebigkeit reichern sie sich in der Umwelt, in der Nahrungskette und schließlich im menschlichen Körper an. Hier können sie krebserregende oder hormonähnliche Wirkungen entfalten und die Gesundheit beeinträchtigen.

Eine Wende gibt es beim umstrittenen Schlackenberg im Auenheimer Gewerbegebiet. Die Badischen Stahlwerke (BSW) haben 2025 begonnen, die 160.000 Tonnen Produktionsabfall abzutragen. Bereits Ende 2019 lief die den BSW erteilte und ursprünglich auf fünf Jahre befristete Genehmigung eines Zwischenlagers für Schlacke aus. Aufgrund von Absatzproblemen sollte mit einem fragwürdigen „Naherholungspark“ eine dauerhafte Deponierung ermöglicht werden. Die BI Umweltschutz und das BUND-Umweltzentrum Ortenau nahmen als Träger öffentlicher Belange bereits im Mai 2022 Stellung zum Vorhaben. Sie wiesen auf die rechtlich unzulässige Anwendung des Baugesetzbuches sowie auf die unzureichenden Ausführungen zur Eignung des Geländes als Naherholungspark hin. Bis wann der Änderungsbeschluss des Gemeinderats vom September 2021 des Bebauungsplans „Auenheim-Süd“ für den geplanten „Naherholungspark“ aufgehoben wird, ist offen.

Bezüglich der geplanten Geländeauffüllung zur Bodenverbesserung mit Aushubmaterial im Neumühler „Schattenloch“ informierte der Vorstand darüber, dass das Kehler Bauunternehmen bis Ende 2025 noch keinen Antrag auf Vorprüfung gestellt habe. Mit einer Stellungnahme hatte die BI Umweltschutz darauf verwiesen, dass die hochwertigen Ackerböden des vorgesehenen Geländes keine derartigen „Bodenverbesserungen“ benötigen.

Anhaltend gute Resonanz erfährt die Arbeitsgemeinschaft „Blühendes Kehl“ aus der Zusammenarbeit von BI Umweltschutz und NABU. Gemeinsam mit der Mediathek Kehl lädt die AG am 25. April zu einer weiteren Gartenbörse ein. Auf ihrer Internetseite (www.bluehendes-kehl.de) gibt sie mit der „Blume des Monats“ regelmäßig Tipps für insektenfreundliche und pflegeleichte Pflanzen im Hausgarten.