Sisyphusarbeit bei schönem Wetter. Müllsammler wieder unterwegs.
Bei schönstem Sonnenschein fanden sich am Samstag auf Initiative der BI Umweltschutz 26 Freiwillige zu einer Müllsammelaktion in Kehl zusammen. Mitglieder der BI, Studenteninnen und Studenten der Hochschule Kehl machten mit, aber auch Kehlerinnen und Kehler, die einfach etwas für ein saubereres Kehl tun wollen. In drei Gruppen wurde rund um die Hochschule, entlang der B28, der Vogesenallee und in Neumühl Müll gesammelt. Hauptsächlich wurde Verpackungsmüll gefunden, achtlos aus dem Auto geworfen, nach dem Imbiss einfach auf dem Parkplatz liegen gelassen und in Hecken geworfen. Aber auch Autoreifen, Computergehäuse und ein Wohnzimmerteppich waren unter den Fundsachen. Ärgerlich und eklig sind gefüllte Hundekotbeutel, die statt im Mülleimer in der Landschaft landen.
Besonders fällt auf, dass Zigarettenkippen auf den Parkplätzen rund um das Schulzentrum und die Sporthallen einfach weggeworfen werden. Inzwischen weiß jedes Schulkind, dass eine Kippe bis zu 1000 l Grundwasser verunreinigen kann. Eine Kippe braucht 15 Jahre, um zu verrotten und enthält neben Nikotin, Arsen und Blei weitere Giftstoffe. Mehr Achtsamkeit von Seiten der Raucherinnen und Raucher gerade im Bereich der Schulen und Sportstätten wäre dringend notwendig.
Die Stadtreinigung bemüht sich sichtbar, die Stadt sauber zu halten. Erst vor zwei Wochen wurde beispielsweise der Entwässerungsgraben entlang der Kinzigallee gemäht und gereinigt. Aber schon am Samstag lagen wieder Papiertaschentücher, Chipstüten, sogar Batterien im Gras. Wie viel Steuergeld könnte eingespart werden und an anderer Stelle sinnvoll eingesetzt werden, wenn jeder seinen Abfall korrekt entsorgen würde?
Der Ortenaukreis hat seine Unterstützung für solche Putzaktionen gestrichen. Man sei gezwungen zu sparen. Ob dies wirklich zu einer Ersparnis führt oder der Motivation der Freiwilligen schadet, wird die Zukunft zeigen.
Zum Abschluss trafen sich die Helferinnen und Helfer im Innenhof der Hochschule, um Bilanz zu ziehen und sich mit belegten Brötchen zu stärken. Eine Wiederholung der Aktion ist geplant, in der Hoffnung, dass dann weniger Müll herumliegt.