Stellungnahme zu Umladung von Abfallprodukten im Strasbourger Hafen

Im Straßburger Hafen plant die Fa. Sappe eine Umladung von Abfallstoffen vom Schiff sowie deren Sortierung und Aufbereitung vor dem Weitertransport. Insbesondere geht es um Petrolkoks, für das als Ausgangsstoff Schweröl aus Raffinerien verwendet wird. Ferner sollen weitere als gefährlich eingestufte Abfälle, wie zum Beispiel mit Teeröl behandeltes Altholz, umgeschlagen werden. 

Im Rahmen einer „Enquete publique“ hat die Bürgerinitiative Umweltschutz Kehl eine Stellungnahme abgegeben. Darin weist sie darauf hin, dass auf deutscher Seite insbesondere die Stadtteile Kronenhof, Marlen, Goldscheuer sowie Eckartsweier von möglichen Emissionen betroffen sind. Problematisch werden vor allem die Staubemissionen beim Ent- und Beladen der Materialien sowie Geruchsemissionen aus Vinasse betrachtet. Die BI Umweltschutz fordert daher, dass Lagerplätze und Boxen möglichst windgeschützt gebaut werden sollten. Bei starkem Wind oder Inversionswetterlagen sollte die Verladung mit geeigneten Vorschriften und Kontrollen eingeschränkt werden, da die Luftverschmutzung in der Region bereits jetzt durch andere Industrieansiedlungen sehr hoch ist.

In der Stellungnahme weist die Umweltorganisation auch darauf hin, dass Niederschlagswasser ungereinigt in die Kanalisation geleitet werde. Laut vorliegenden Plänen ist zur Gewässerreinigung lediglich ein Ölabscheider vorgesehen. Die BI Umweltschutz fordert Nachweise auf der Basis festgelegter Grenzwerte und regelmäßiger Kontrollen. Insbesondere für häufiger vorkommende Starkregen müssten zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen und kontrolliert werden.

Gemäß dem Genehmigungsantrag soll die Anlieferung und Abfuhr der Abfälle und Materialien überwiegend per Binnenschiff und Bahn erfolgen. Die BI Umweltschutz vermisst in ihrer Stellungnahme Ausführungen zur Anlieferung der Stoffe bei häufiger auftretendem Niedrigwasser des Rheins. Es wird befürchtet, dass in Phasen des Niedrigwassers die Anlieferung beziehungsweise Abfuhr per LKW erfolgt. Dies könnte zu einer erheblichen Zunahme von Schwerverkehr auf den Straßen und damit einhergehend zu höheren Emissionen führen.

Der französische Sender France 3 berichtete im Januar 2026, dass das Unternehmen Sappe wegen illegaler Lagerung umweltgefährdender Stoffe zwischen 2022 und 2024 zu einer Strafe in Höhe von 120.000 Euro verurteilt worden war.