„Ohne Moos nix los“ ist doppelt richtig: Zum einen gibt es dunkle, schattige Plätze im Garten, auf denen außer Moosen (noch) nichts wachsen kann – ob im Rasen unter Bäumen, in Pflasterfugen oder auf Mauern. Als Sprichwort meint es aber, dass man ohne Geld nichts erreichen kann. Im Jiddischen steht das Wort „moo“ für Pfennig, und die Mehrzahl ist „moos“. Hübsche Blüten bilden Moose nicht aus, dennoch sollte man sie im Garten fördern, denn viele heimische Arten sind vom Aussterben bedroht. Da sie Wasser und Nährstoffe über ihre Oberfläche (also nicht über Wurzeln) aufnehmen, sind sie empfindlich gegenüber Schadstoffen und Umweltveränderungen. Sie dienen deshalb auch als Bioindikatoren für Luftverschmutzung. Nicht alle Moose benötigen viel Feuchtigkeit; manche sind recht trockenheitstolerant. Ihre Wachstumszeit ist im Winterhalbjahr, denn sie können auch bei Kälte und wenig Licht Photosynthese betreiben. Man unterteilt sie grob in Horn-, Leber- und Laubmoose, wobei die Laubmoose bei uns am häufigsten sind. Zu letzteren gehören auch die Torfmoose, ohne die es keine Hochmoore gäbe.
Am 26.11.26 um 19.30 Uhr widmet die NABU|naturgucker-Akademie diesen oft verkannten Pionierpflanzen einen Online-Vortrag:
Moose sind kleine Spezialisten: Sie bleiben meist im Millimeterbereich, besiedeln extreme Standorte und profitieren vom dauerhaft feuchten Winterhalbjahr. Trotz ihrer großen Artenvielfalt werden sie oft übersehen. Der Vortrag von Annika Kruse vermittelt einen Überblick über diese faszinierende Pflanzengruppe, beleuchtet ihre ökologischen Funktionen und erklärt, weshalb gängige Maßnahmen wie das Vertikutieren wenig sinnvoll sind. Zudem wird aufgezeigt, warum der Begriff „Moos“ aus systematischer Sicht mehrere sehr unterschiedliche Pflanzengruppen zusammenfasst.https://nabu-naturgucker.de/events/ov-moose-kleine-pflanzen-grosse-vielfalt/